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Design Thinking – das Allheilmittel in jeder Situation?

Design Thinking ist heutzutage in aller Munde und revolutioniert die Prozesse der Problemlösung und Ideenfindung. Es erleichtert Innovationen und begeistert seine Nutzer. Es verhilft zu der Erstellung von neuartigen Produkten und Dienstleistungen. Es bietet die Möglichkeit, unerwartete Potenziale zu entdecken und die Teamarbeit auf eine ganz neue Art und Weise kennenzulernen. Wenn sich Nutzer darauf einlassen, eine Problemstellung genau zu verstehen, zu beobachten und zu lernen, dann werden aufgrund dieses Prozesses viele verschiedene Ideen generiert – manche davon bahnbrechend, manche eher unscheinbar. In diesem Fall aber zählt die Quantität – vorerst müssen alle Ideen gesammelt werden. Erst wenn die Lösungen in Prototypen getestet werden, kann entschieden werden: Ist dies die wahre Lösung, oder nicht? Dabei stellt sich uns die Frage „Ist Design Thinking der wahre Lösungsweg, oder nicht?“. Ist die Methode das langersehnte Allheilmittel – die Antwort auf alle Fragen?

Wir haben dazu unseren Design Thinking Experten Björn Schmitz befragt. Herr Schmitz arbeitet im Rahmen von Projekten und Trainings rund um das Thema Innovation eng mit der TrainingsManufaktur zusammen. Die Methode Design Thinking gehört aktuell zu den gefragtesten auf diesem Gebiet.

Vielen Dank Herr Schmitz, dass Sie sich Zeit für dieses Gespräch genommen haben. Was sind Ihrer Meinung nach die größten Vorteile von Design Thinking?

Wenn Design Thinking richtig implementiert wird, dann ist es besonders schnell und ressourcensparend – es ist effektiv und effizient. Bei der Methode kommen Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen in einem interdisziplinären Team zusammen um an Problemlösungen zu arbeiten. Sie diskutieren das Problem und mögliche Lösungen in einem iterativen Prozess, sie beleuchten es aus der Perspektive sämtlicher Sichtweisen und ermöglichen somit weitaus bessere Lösungskonzepte als eine einzelne Abteilung dies hätte erreichen können.

Auch durch den Fokus auf die Nutzerperspektive haben die konkreten Lösungen eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, von dem Endnutzer angenommen zu werden. In den meisten Unternehmen ist beispielsweise die Forschung und Entwicklung von der Fragestellung her getrieben, was technisch möglich ist, so dass die Teams zu schnell nach Lösungen suchen. Es wird weniger hinterfragt, welches die wahren Bedürfnisse der Endnutzer sind. Aber genau dies ist notwendig, um die Kundenbedürfnisse optimal zu adressieren. Design Thinking forciert, dass zunächst viele Ideen generiert und getestet werden, bevor es in den eigentlichen „Lösungsraum“ geht.

Ein anderer Vorteil ist die Veränderung der Kultur durch effektiv implementiertes Design Thinking: Durch die interdisziplinäre, effiziente und innovative Teamarbeit wird ein Motivationsschub entfacht, Energien gebündelt und der Zusammenhalt gestärkt – die Kommunikation über verschiedene Bereiche hinweg wird unterstützt, so dass Kreativität und Innovationen noch weiter gefördert werden. Dabei entsteht eine außergewöhnlich inspirierende Arbeitsatmosphäre.

Würden Sie sagen, dass diese Vorteile in unserer globalisierten und digitalen Welt von besonderer Wichtigkeit sind?

Ja, auf jeden Fall. Gerade aufgrund der Digitalisierung ist es wichtig, dass sich die Menschen zusammenfinden und gemeinsam eine Lösung erarbeiten. Obwohl viele potentielle Lösungen beim Design Thinking beleuchtet werden, forciert die Methode ihre Nutzer immer wieder dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auch die Stärkung des Zusammenhalts und der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit sowie des unvergleichlichen Fokus auf den Nutzer ist heutzutage in einer dynamisch, von Trends  und disruptiven Technologien geprägten Wirtschaft, sehr wichtig, um seine Top-Mitarbeiter langfristig an sich zu binden und als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben.

Sie sprachen vorhin die Verankerung von Design Thinking in der Unternehmenskultur an – wie kann das erreicht werden?

Um Design Thinking tief in der Kultur eines Unternehmens zu verankern, muss die Methode konsequent angewendet werden und die Strukturen und Rollen für dessen Unterstützung definiert und geschaffen werden. So muss zum Beispiel zunächst ein „Design Thinking Coach“ implementiert werden, da diese Tätigkeit sonst im Alltagsgeschäft depriorisiert wird. Der Coach hat die Expertise und Ausdauer gegen die Ablehnung, auf die man bei einer Kulturveränderung trifft, anzukämpfen. Weitreichende Methodenkenntnisse und eine neutrale Position sind hier von Vorteil, sodass der Einsatz eines externen Coaches unter Umständen sinnvoll ist. Dieser kann im späteren Verlauf von internen Mitarbeitern ersetzt werden. Seine Aufgabe ist es, die Methodentreue der Mitarbeiter einzufordern, diese von der stetigen Anwendung der Methode zu überzeugen und Refelektionsschleifen einzubauen, um das Team, die Abteilung und das Unternehmen kontinuierlich zu verbessern. Diese kontinuierliche Verbesserung, gemeinsam mit interdisziplinärer Teamarbeit und einer außergewöhnlich hohen Motivation, charakterisiert eine auf Design Thinking basierende Unternehmenskultur. Diese Kultur ist das eigentliche Ziel bei der Implementierung von Design Thinking – denn dies ermöglicht einen langfristigen Erfolg mit der Methode.

Das hört sich alles ausgesprochen vielversprechend an. Hat Design Thinking als Methode auch ihre Grenzen?

Ja, auch Design Thinking hat seine Grenzen. Die Methode fokussiert die Bedürfnisse des Nutzers. Im B2B Geschäft, wo der Endnutzer weiter vom Unternehmen entfernt ist und es folglich nur sehr wenige, verfälschte oder keine Berührungspunkte gibt, ist es meist schwieriger aus der Nutzerperspektive zu denken. In allen Fällen, in denen kein Nutzer befragt und kein eigentlicher Problemträger identifiziert werden kann, ist die Anwendung von Design Thinking problematisch zu sehen. Es ist also wichtig unterscheiden zu können, mit welcher Methode das Problem anzugehen ist oder ob man zwei Methoden miteinander kombinieren sollte.

Was kann ich darunter verstehen, “zwei Methoden miteinander kombinieren“?

Design Thinking lässt sich vorzüglich mit anderen Methoden kombinieren – beispielsweise mit Operational Excellence. Angenommen es sollen neue Standards in einem Unternehmen umgesetzt werden. Die Frage lautet dann: „Wie müssen diese aussehen, damit Sie wirklich genutzt und gelebt werden?“ Hier erst einmal mit Design Thinking den Problemraum zu thematisieren, statt gleich in die Lösungen einzusteigen, kann schon einen großen Unterschied machen. So lassen sich für ein Projekt – für eine Problemstellung – zwei verschiedene Methoden ausgezeichnet miteinander verbinden.

Dies wird vermutlich auch die Zukunft von Design Thinking verstärkt prägen – erste Trends in diese Richtung lassen sich bereits erkennen. Es ist auch denkbar, dass sich auf Basis der Verschmelzung von Design Thinking und anderen Ansätzen vollkommen neue Methoden entwickeln.

Wenn ich mich als Team für Design Thinking interessiere, was sind dann die ersten Schritte?

Zu Beginn sollten idealerweise mehrere Teamkollegen an einem Workshop teilnehmen, um sich mit der Methode vertraut zu machen. In diesem Workshop können interne Fragestellungen bearbeitet werden, damit das Team herausfinden kann, ob ihnen die Methode und die Art des Denken und Arbeitens zusagt und ihrer Meinung nach ein Mehrwert generiert wird. Nach dieser Erfahrung entscheidet das Team, basierend auf einer guten Grundlage, ob sie die Methode weiter verfolgen möchten oder nicht. Ist dem so, muss jede Organisation ihren eigenen individuellen „Design Thinking Fahrplan“ entwickeln. Selbstverständlich lassen sich besonders schnell Fortschritte generieren, wenn die Teams begeistert von der Methode sind und diese motiviert nutzen.

Wie sollte man laut eines „Design Thinking Fahrplans“ meist verfahren?

Zu Beginn sollte man das Bewusstsein für eine mögliche Veränderung schaffen, indem alten Herangehensweisen und Muster reflektiert und hinterfragt werden. Auch für diesen Schritt eignet sich Design Thinking als iterative Methode optimal, da sie die Bedürfnisse ihrer Nutzer intensiv beleuchtet und dabei Ideen zu verbesserten Herangehensweisen generiert.

Außerdem sollte die Methode möglichst in einem isolierten Rahmen, zum Beispiel in einem Team oder einer Abteilung, eingeführt werden, um die  Implementierung, den Prozess und die Verankerung der Methode in der Kultur besser steuern zu können. Durch die großen Erfolge, die das Team mit Design Thinking generieren kann, werden Mitarbeiter aus anderen Bereichen auf die Methode aufmerksam. Sie möchten dann idealerweise an dem Erfolg teilhaben und die Methode ebenfalls nutzen – Sogeffekte entstehen.

Vielen Dank für das interessante Interview.

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